Für die 2. Auflage der S3-Leitlinie/NVL Unipolare Depression wurde die Leitlinie von Oktober 2013 bis November 2015 komplett überarbeitet. Ziel dieser Leitlinie ist es, die Erkennung, Diagnostik und Behandlung von Depressionen in Deutschland zu verbessern und die Versorgung von Menschen mit unipolarer Depression zu optimieren. Klick

Ein depressives Zustandsbild läßt sich beschreiben anhand der Beschwerden, die Patienten schildern, und beobachtbarer Symptome. Diese ergeben zusammengefaßt „ein depressives Syndrom/depressive Episode“ bezeichnetes akutes Querschnittsbild. Hierzu gehören psychische, psychomotorische und körperliche Symptome.

Die Antriebsstörung bei der Depression äußert sich als erstes durch Apathie, Lust- und Interesselosigkeit, was bis in die  Psychomotorik hinein reichen kann und dann als gehemmt-depressives oder gehemmt-ängstliches Bild sich zeigt in Form der psychomotorischen Verlangsamung mit wenig Mimik und Gestik, langsamem Bewegungsablauf, gebundener Haltung bis zur Erstarrtheit im depressiven Stupor. Die andere Seite der Antriebsstörung ist die innere Unruhe, die umschlägt in eine äußere Agitiertheit, häufig mit Angst verbunden.

Als psychogene Depressionen werden solche depressiven Zustandsbilder bezeichnet, die durch nachvollziehbare, mehr oder minder bewußte, akut eingetretene oder langandauernde Ereignisse oder und chronische Belastungen ausgelöst werden. Hierzu werden die reaktiven Depressionen,, die depressiven Entwicklungen unter chronischer emotionaler Dauerbelastung (z.B. chronischer Ehekonflikt, chronische Überforderung in doppelt abhängigen Positionen) sowie die neurotischen Depressionen gezählt, die aus der frühkindlichen Entwicklung des Patienten verstehbare und ableitbare Erkrankungen sind, die in einer aktuellen Auslösesituation wieder aktiviert werden (Schlüssel-Schloß-Prinzip).