Krankheitsbilder

Die Borderline-Manifestationen sind Ausdruck einer Ich-Störung, die auf der Unfähigkeit basiert, inkompatible und deshalb angstbesetzte Inhalte erfolgreich und auf Dauer aus dem Bewußtsein zu verdrängen. Anders als bei neurotischen Patienten (oder auch beim psychisch unauffällig normalen Menschen) bleiben diese Inhalte hier deshalb grundsätzlich bewußtseinsfähig und können jederzeit auf einen entsprechenden Stimulus hin das Ich des Patienten überfluten. Als Schutz gegen diese Gefahr dienen Abwehrmanöver eines relativ primitiven Typus, in deren Zentrum die Spaltung steht.

Unter Externalisierung versteht man den Versuch, die Außenwelt so zu verändern, daß man sich den innerpsychischen Konflikten nicht zu stellen braucht. Borderline-Patienten verwenden den größten Teil ihrer Energie darauf, die Probleme in ihrem Innern auf die Außenwelt zu projizieren, und dann zu versuchen, die Außenwelt zu beherrschen und zu kontrollieren.

Die Folge davon ist:

  • Die Außenwelt wird nur ausschnittweise wahrgenommen.
  • Die Außenwelt wird im Sinne der eigenen inneren Vorgänge verändert.
  • Die Außenwelt und die damit verbundenen Personen müssen fehlende innerseelische Strukturen ersetzen und diese so entlasten, damit die Integration erhalten bleibt.
  • Die Externalisierung schützt somit vor der Gefahr der Regression, d.h. das Auftreten von Desintegration oder Fragmentierung und regressiver Entdifferenzierung.
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